Die Schöpfungsgeschichte des VCP Stammes „Ritter von Spix“

 

Es begab sich aber zu der Zeit nach dem Jahre 1991, dass ein Gebot von Pfarrerin Karin Hüttel erging, dass die Gemeindeglieder der evangelischen Kirchengemeinde an einer Familienfreizeit teilnehmen sollten. Und diese Freizeit war schätzungsweise die allererste und geschah zu der Zeit, da Hr. Krüger Pfarrer in Höchstadt Nord war. Und jedermann ging, dass er teilnehmen dürfe, sich anzumelden in das Pfarramt.

Da machten sich auch die Familien Bachmeier, Glotz und Wolff mit ihren Nachkommen auf nach Rothmannsthal, um in der Herberge der Freizeit beizuwohnen, auf dass sie sich und die anderen Familien bei Spiel und Gespräch kennen- und schätzen lernen.

Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sich die Väter Manfred, Siegfried und Harry im Gespräch vertieften und sie gebaren eine Idee für die Freizeit ihrer Kinder, die daselbst bereits geboren und nicht in Windeln gewickelt waren. Denn es war nichts geboten für diese Kinder in Hös-Süd. Und sie behielten ihre Idee in ihren Köpfen, denn sie hatten sonst keinen Computer in keinem Raum der Herberge den sie hätten gebrauchen können. Alsbald sie wieder zuhause waren, kam die Zeit, dass sie die Idee real gebären wollten. So überlegten sie, wie sie ein solches tun sollten und erkundigten sich bei manch Fremden.

Und es kamen Hirten der Landjugend und der christlichen Jungschar in der selbigen Gegend auf dem Felde des Matthias Claudius Gemeindehauses und sie berieten des Nachts die Väter über ihre Aktivitäten ihrer eigenen Gruppen. Es wiesen aber auch Pfarrer Krüger und Mutter Susanne Missel in Richtung der Pfadfinder des VCP. Dieser Pfad missfiel den Vätern jedoch, da sie kein Gefallen am Tragen einer Uniform hatten.

Und siehe, des VCP Engel in Gestalt von Uli Taube und Mutter Susanne traten eines Abends im Matthias Claudius Gemeindehaus zu ihnen. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allen euren Kindern widerfahren wird wenn sie sich der Vielfalt des pfadfinderischen Sippenlebens ergeben; denn euch ist Urvater der Pfadfinder geboren, welcher ist Baden Powell, welcher Gründer der Pfadfinderbewegung ist. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet seine Lilie als Badge erhalten und es dieses selbstvernäht auf eurer Tracht tragen.

Die Väter lauschten des Engels Worte und die Klarheit des VCP leuchtete um sie; und sie fürchteten sich nicht mehr vor der Uniformität der Tracht. Und da die Engel des VCP verschwunden waren, sprachen die Väter untereinander: Lasst uns nun gehen gen Hemhofen und die Geschichte sehen, die dort geschehen ist, die uns der Engel kundgetan hat. Und sie gingen eilend und fanden viele Sipplinge und eifrige Pfadfinder, die den Worten Baden Powells lauschten und seinen Taten folgten. Die Väter waren berauscht, hießen es gut und sprachen: Dem wollen wir auch folgen. So soll es sein, den Kindern ein Wohlgefallen.

Da sie nun die Herrlichkeit des VCP gesehen hatten, breiteten sie das Wort welches zu ihnen vom Engel gesagt war zu jedermann in Höchstadt. Und sie taten es auf einem ersten Spielfest im Monat Juli des Jahres 1992 vor dem Matthias Claudius Gemeindehaus. Und alle, vor die es kam, freuten sich der Rede, die ihnen die Väter gesagt hatten und schickten Kinder in den neu gegründeten Stamm. Auch Vater Adolf Schäfer schloss sich dem Stamm an. Und die ersten Sippen des Stammes hießen: Biber, Delphine und Ameisen.

Und die vom Geist des VCP erfüllten Väter gingen bei den jugendlichen Pfadfinder von Stamm Hemhofen und bei den Engeln des VCP in die Lehre und lernten die Worte und die Taten von Baden Powell, um sie weiterzugeben an die begierig wartenden Sipplinge.

Aber die Sippen vermissten jedoch, dass der Stamm keinen Namen trug. So begab es sich, dass die Sipplinge auf die Suche nach einem Namen gingen und fanden, dass der Name des damals wenig bekannten Stadtsohnes Johann Baptist von Spix von Wohlgefallen wäre. Der Stamm beriet sich und bestimmte, dass es so sei. Von nun an trug der Höchstädter Pfadfinderstamm den Namen „Stamm Ritter von Spie“.

Es sei erlaubt zu erwähnen, dass Jahre später sich viele Menschen im Orte sich des Namens erinnerten und dem Ritter seinen zustehenden Respekt zollten. Es wurde ihm sogar ein Denkmal erschaffen.

Und der Stamm wuchs an und immer mehr Gemeindeglieder mit deren Kinder fanden Gefallen an dem Treiben des Stammes und nahmen teil. Auch Mutter Ulla Zehl gesellte sich alsbald zu den Vätern. Die Sippen hatten jedoch weder eigene Zelte noch Mittel und mussten sich für die ersten Stammesfahrten – auch gen England 1997 – in Zelten Fremder zur Ruhe legen. Daher wurde von den Eltern eigens ein Förder-verein gegründet, so dass die Sippen keine Not an eigenem Quartier und Küchenmaterial mehr leiden mussten. Selbst ein Materialcontainer wurde daselbst herbei- und mit Mitteln der Gemeinde angeschafft.

Der Stamm wuchs an auf eine Vielzahl von Sippen an und konnte auf manch Lager eine stattliche Anzahl von Teilnehmern melden. Auch manch weitere Mutter schloss sich dem Stamm an. Und wie von der Lehre Baden Powells übernahmen die älteren die Verantwortung für die kleinen und das Stammesleben gedieh prächtig.

Alsdann die Väter und Mütter zu alt und gebrechlich wurden für die Taten im Stamm, übernahmen Jahr um Jahr immer mehr die älteren Pfadfinder die Führung und das Wort daselbst. Und sie taten es gut zum Wohlgefallen der scheidenden Väter und Mütter. Und den Vätern und Müttern gefiel welch Frucht sie gepflanzt hatten zur Ehre Baden Powells.

Viele der Pfadfinder vom „Stamm Ritter von Spix“ waren auch berufen, selbstlose Taten auf Regions- , Landes- oder Bundesebene, beim Kirchentag oder auf einem der vielen Lager, z.B. bei Vorbereitung, Ausrichtung, ob in der zentralen Küche, GWS oder im Sanitätszelt zu vollbringen. Und viele tun dies noch heut, da sie selbst erwachen sind und auch vielleicht manches ihrer Kinder fast Sippling ist.

Dies alles ist kundzutun zum 25-jährigen Bestehen vom „Stamm Ritter von Spix“, auf dass die nachkommenden Sipplinge von der Geschichte hören, die sich da in Höchstadt zugetragen hat. Und wenn die Sipplinge sich nicht verlaufen haben, finden sie noch heute Pfade in Höchstadt – seit 25 Jahren.

Für den Stamm im Juli 2017

Mit freundlicher Genehmigung des Autoren Harry Wolff